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Körper & Sex

Weibliche Lust – Die Lust à la Frau

Schwerer Atem.
Zarte Liebkosungen.
Ein stöhnendes Verlangen.
Heißer Schweiß umhüllt vibrierende Haut.
Köstliches Zittern rauscht durch deinen gesamten Körper.
Kreisende Bewegungen mit einem Auf und Ab, Links und Rechts, Rein und Raus.
Den Rücken gewölbt.

Die Augen funkelnd.
Süße Befriedigung ungezähmter Ekstase.

…wird es hier gerade heiss?

Hmmm…vielleicht liegt es daran, dass wir heute in die Lust eintauchen?
In die WEIBLICHE LUST um ganz genau zu sein.

Die Skepsis gegenüber dem weiblichen Orgasmus ist ziemlich modern und scheint eine Viktorianische Kreation zu sein. Weiter zurückgehend in der Geschichte sehen wir offene, künstlerische Darstellungen von Frauen, die Sex genießen und sogar einen Orgasmus haben – und das geht zurück bis zu den alten Griechen.
Nur um es zu wiederholen: tatsächlich sind Frauen zu sehen, die einen Orgasmus haben.

Das lädt förmlich zu einem Vergangenheitstauchgang ein… Lasst uns mal einen Sprung dorthin machen. 

Geheime Schriften überliefern, dass in den späten 1800er Jahren die Befriedigung von Frauen eine höhere Priorität hatte als ein sauberer Fußboden. Wenn Frauen zu lange unbefriedigt in ihrem sexuellen Verlangen schmoren mussten, wer weiß, was da hätte passieren können? Möglicherweise besaßen Frauen keine Spur von Selbstbeherrschung?

Gemäß der viktorianisch-medizinischen Gemeinschaft, dem damaligen Stand der Wissenschaft, der psychiatrischen Gemeinschaft und mehrerer Verhaltensforscher musste eine sexuell frustrierte Frau sofort versorgt werden.
Das Ironische dabei ist, dass sich diese Räte alle aus Männern zusammensetzten. Sinn und Zweck war, dass der Schoßraum nicht ‘herumgeisterte’ und der Verstand auf keinen Fall von der gefürchteten weiblichen Hysterie überwältigt wurde.

Obwohl weitestgehend bekannt, ist die weibliche ‘Hysterie’ ein heute nicht mehr so häufig verwendete Begriff, mit dem eine Frau diagnostiziert wird, die an einer Vielzahl von Krankheiten leidet. Zu den Symptomen gehörten Ohnmacht, Unruhe, erotische Fantasien, sexuelle Wünsche und insbesondere aber die Tendenz Ärger zu verursachen.

Wenn eine Frau diese Hysterie erlebte, wurde sie zum Arzt gebracht, der sie manuell vaginal stimulierte und erregte. Der Vibrator wurde zu diesem Zweck erfunden – um den Ärzten das Leben leichter zu machen. Es ging da ganz und gar nicht darum einen Orgasmus zu erfahren. Damals war man festen Glaubens, dass nur Männer Orgasmen erleben konnten.

Die griechische Wurzel des Wortes ‘Hystera’, was übersetzt ‘Gebärmutter’ bedeutet, wurde demnach als Wurzel für Hysterie angesehen. Somit schien die Gebärmutter die Geburtsstätte all dessen. Ursprünglich glaubte man, dass Hysterie und hysterische Symptome durch einen Defekt im Schoßraum verursacht wurden und daher nur Frauen hysterisch werden konnten.

Alles wurde ziemlich steril abgehandelt…
Du gehst zum Arzt, dir wird ein gutes Gefühl verschafft, du gehst nach Hause und du fühlst dich besser. Huch! Für mich klingt das wenig erfüllend, und auch etwas befremdlich. Doch dies waren andere Zeiten…

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden dann die Vibratoren tragbarer, erschwinglicher und zur Freude vieler Frauen – privater.
Frauen wurden ermutigt, Vibratoren zu verwenden, um die ‘weibliche Hysterie’ unter Kontrolle zu halten. Patientinnen mussten plötzlich keinen Arzt mehr aufsuchen – sie durften ihre sexuellen ‘Frustrationen’ einfach alleine und bequem von zu Hause aus beheben.

Zum Glück wurde im Laufe der Jahre die Diagnose einer weiblichen Hysterie besser verstanden und gehörte bald der Vergangenheit an. Die moderne Sexualerziehung rückte immer mehr in den Vordergrund. 

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Foto: Carl Emerson – www.purebeauty.photography 

Frauen haben eine besondere Beziehung zur Lust. Wenn sie die richtige Art der Ekstase erleben, kann diese sie aufblühen lassen, sie entsprechend unterstützen – ganz besonders auf ihrem sexuellen Weg ermächtigen. Erleben sie das nicht in dieser Form, können sie depressiv werden, schlechte Laune bekommen oder gar den Willen verlieren für sich selbst einzustehen.

Rezeptoren im Schoßraum übertragen das Vergnügen an unseren sexuellen Erfahrungen zu unserem Gehirn. Dies wiederum stimuliert die Hormone, die uns erden, die Lebensgeister wecken und in Verbindung zueinander bringen. Im Gegenzug dämpft es dann die Anfälligkeit für Depressionen und Lethargie.

 

Werfen wir mal einen Blick darauf, was alles in die Reaktion kommt, wenn der Körper sexuelle Lust empfindet:

  • Endorphine sind körpereigene Opiate – sie lindern Schmerzen und sorgen für den Kick an Glück.
  • Oxytocin stärkt das Immunsystem und reduziert die Schmerzempfindlichkeit.
  • Cortisol beeinflusst das Blutgefäß und den Stoffwechsel.
  • Serotonin und Noradrenalin werden allgemein als ‘Glückshormone’ bezeichnet. Sie sind diejenigen, die den Effekt der ‘rosafarbenen Brille’ erzeugen.
  • Dopamin sorgt für Wohlbefinden und Zufriedenheit. Es fördert das innere Gleichgewicht, was an und für sich auch Depressionen verhindern könnte.
  • Testosteron, das nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen im geringeren Mengen vorhanden ist, senkt den Cholesterinspiegel und schärft den Geist.

Dieser hormonelle Cocktail vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und Gelassenheit. Er beschert auch den Drang nach köstlicherem Sex, hat also seinen eigenen Anreiz.
Mehr über saftige Verbindungen und Gründe, warum wir öfter über Sex sprechen sollten… ganz zu schweigen davon, dass wir ihn öfter praktizieren sollten: „Let´s talk about sex“ 
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Es gibt auch einen physiologischen Grund, warum Frauen und weibliches Vergnügen seit so vielen Jahrhunderten unterdrückt werden:

Die Verantwortlichen wussten wahrscheinlich aus Erfahrung, dass man dem Gehirn Schaden zufügt, wenn man die Yoni schädigt. Bringt man den Dopamin-Fluss einer Frau durcheinander, hört sie auf, sich zu wehren. Plünderungen gingen oft auch mit Vergewaltigungen einher. Es ist ein makaberes Spiel der Macht. 
Und das nicht nur, weil Machtüberstülper Arschlöcher sind, sondern weil Vergewaltigungen jemandem schnell und gezielt die Fähigkeit und Kraft nehmen können. Sie hören auf sich zu wehren, sind leichter zu kontrollieren und leisten keinen Widerstand.
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Und… etwas, das mir sicherlich nicht bewusst war, da wir in den wenigen Stunden meines  Biologieunterrichts in der 6. Klasse nichts darüber gelernt haben: Wusstest du, dass Frauen intensivere und vielfältigere Orgasmen haben können?

Geschweige denn, dass sie so viele Orgasmen haben können, wie sie wollen! Jeder Orgasmus gibt der Frau sogar mehr Energie für eine weitere sexuelle Erfahrung, er ist wie ein Super-Charger.

Ich frage mich, ob genau dort die Unsicherheit der Männer in Bezug auf ihre eigenen lustvollen Fähigkeiten sein könnten. Könnte es sein, dass es ihre eigene orgasmische Limitierung ist, die Männer dazu gebracht hat weibliches Vergnügen in die Tabuzone zu katapultieren?

Es gibt Artikel, Studien und persönliche ‘Erste-Hand’-Erfahrungen, die zeigen, dass Frauen eine enorme Fähigkeit haben, Orgasmen verschiedenster Art zu erleben. Die subjektive Erfahrung ist nicht unbedingt für jede Frau gleich und kann bei jeder Frau und jedes Mal anders sein.
Jede Art des Orgasmus kann großartig sein. Jeder neue Orgasmus wird ihr Gehirn dann neu skalieren. Wenn dieses also tiefer ist, bedeutet es eben nur, dass es intensiver ist. Es bedeutet nicht, dass er besser ist als vergangene Orgasmen.

Wart! Stop. Ja, ich behaupte hier tatsächlich, dass du verschiedene Variationen von Orgasmen in intensiverem Maße spüren kannst?

In Anbetracht dessen kann ich mit Sicherheit sagen, dass guter Sex erstaunlich und angenehm ist und es so viel zu entdecken gibt, was Frau gerne erlebt. Wir Frauen wachsen auf und hören unglaublich viele gemischte Botschaften – insbesondere über unsere Sexualität und unser Vergnügen. Viele davon sind anrüchig. 

Nur, sobald die Frau einmal in einer sexuellen Beziehung ist, wird von Ihnen erwartet, dass sie Sex genießen, tiefstes Vergnügen empfindet und nimmer-enden-wollenden-Orgasmen hat, oder?

Es ist so wie: verdränge all dein Verlangen, deine Lust und deine Sexualität, bis du in einer sexuellen Beziehung fester Natur bist. In dieser wiederum sollst du dich in eine hochqualifizierte sexuelle Göttin im Geisha-Stil verzaubern.
Mein Gehirn dreht sich vor lauter hinterlistigen, weil gemischten Botschaften. 

Die gute Nachricht ist, dass wir lernen können, uns mit unserem Körper, unserer Sinnlichkeit und unserem Vergnügen zu verbinden. Der Schlüssel zum Üben, Zähmen und Entfesseln liegt in der Yoni … genauso wie in jeder Zelle unseres Körpers.

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Es könnte damit beginnen, das Ja! zum Vergnügen zurückzugewinnen, es in’s eigene SelbstLiebeSpiel zu verwandeln. Oder unser Vergnügen mit jemand Anderem zu erforschen. Oder mit mehreren jemand Anderens?

Du verdienst es, dein inneres wildes, freies, unkonditioniertes, sprudelndes, spritzendes, orgasmisches, feuchtes und sinnliches Wesen zu feiern. Es ist dein Geburtsrecht als Frau. Beginne damit, neugierig zu sein, und zu staunen über alle Geheimnisse, die du über dein Yoniversum entdeckst. Du wirst überrascht sein, was du findest.


Vergnügen hat übrigens nicht unbedingt immer was mit Sex zu tun. Es ist etwas, das von deiner inneren Sinnlichkeit und Lebenslust herrührt. Da gehört alles dazu: eine saftige Frucht essen, sich zu Musik bewegen, den Wind in den Haaren spüren, ein Glas Tee schlürfen, das Kitzeln der Regentropfen auf der

Haut wahrnehmen, das herzhafte Lachen mit Freunden, der Duft eines Buches in deinen Händen, …

Du selbst verkörperst deine Lust.

Entscheide und erforsche, was dich mit deiner Essenz verbindet.

Was erdet dich in deinem Wesen?
Was macht dich lebendig?
Was gefällt dir besonders?
Was lässt deinen Körper zelebrieren?
Was lässt deine Yoni Freude versprühen?

Bleib im Vergnügen.
Lebe deine Lust. 

 

Deine Violeta Labella

p.s. mein 28-tägiges Online Programm LebensLust gibt dir Zugang zu erhöhtem Selbstbewusstsein und verfeinertem Lustempfinden. Du lernst deine Lust besser zu erspüren und deine sexuelle Kraft vollständig zu nutzen… so dass du dich nicht mit antiken LiebesLebenTipps beschäftigen oder gar den Hysterie-Doktor aufsuchen musst. 

_ _hier kannst du dich anmelden

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Violeta Labella ist die Yoni Ei-Fachfrau unserer Breitengrade und IntimitätsCoach, die sich auf Frauen Heilkünste spezialisiert hat. In ihren therapeutischen Sitzungen intgegriert sie Tantra-Praktiken, Tao-Übungen und De-Armouring-Methoden. Ihr Ziel ist es einen sicheren und wertschätzenden  Raum für Frauen zu schaffen, um mit ihrer Lust, Sinnlichkeit und ihrem Kraftpaket – der Yoni – in Kontakt zu treten. Violeta ist eine frech-fröhliche und ur-weibliche Creatrix, die es zu ihrer Lebensaufgabe gemacht hat, Frauen zu unterstützen das zu entfernen, was ihnen nicht dient, und sie an ihre wahre Natur zu erinnern – angenehm-liebevoll und wild-frei zu leben.

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Wild & Frei

Bis später. Eine Motorradreise alleine als Frau.

Wie kommt man auf die Idee, alleine als Frau mit dem Motorrad loszufahren? Über die Lust darauf, unkonventionelle Wege auf der Suche nach sich selbst zu gehen. 

Ursprünglich fing ich mit dem Motorradfahren an, weil es die beste Möglichkeit darstellte, mit sechzehn Jahren vom Dorf in die Stadt zu kommen. Und weil es mir das erste Mal eine unheimliche Freiheit ermöglichte: Ungebunden von Personen und Zeit, andere Orte zu erreichen. Ehrlich gesagt hat sich das bis heute nicht geändert. Vielleicht ist genau diese Möglichkeit des selbstbestimmten Unterwegs-Seins ein heimliches Versprechen? Dinge zu finden, nach denen wir nicht suchen, weil wir ihnen nirgendwo anders begegnen, als in einer fernen Wirklichkeit. Eine Wirklichkeit, die zugleich Angst macht und begeistert, die eben immer wieder, trotz alledem, Sehnsucht auslöst. 

Und genau diese Sehnsucht ist der Grund für meine Solo-Reise mit dem Motorrad. In 20 Tagen auf einer Strecke von 3.500 Kilometern durch die Länder Österreich, Italien, Frankreich und die Schweiz. Auf einer 125er HONDA Richtung Süden, mit einer Maximalgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. Im Gepäck: Ein kleines Zelt, ein bisschen Kaffee und viel gute Musik. Ganz nach dem Credo: Einfach losfahren, mit einer hoffentlich sinnvollen Kombination von Plänen und Spontanität. 

Vielleicht braucht es manchmal eine gewisse romantische Vorstellungskraft, um die Grenzen von Realität und Naivität verschwimmen zu lassen?

Elizabeth Gilbert schreibt in ihrem Bestseller „Big Magic“ davon, dass wir vielleicht unser gesamtes Leben damit verbringen, einer Neugier zu folgen, mit dem Risiko, am Ende absolut nichts vorzuweisen zu haben – außer einer Sache. Genugtuung darüber zu verspüren, dass wir ein ganzes Leben in Hingabe an die edle, menschliche Tugend der Wissbegierde verbracht haben. Und das sollte mehr als ausreichend sein, dass man ein reiches und herrliches Leben geführt hat. 

Gerade in der heutigen Zeit als Teil einer Generation, die als Brückengeneration an der Schnittstelle zwischen „alten“ Denkweisen unserer Eltern und der hochdigitalen Generation nach uns steht, liegt der Fokus auf der Suche nach sich selbst und einem tieferen Sinn des Lebens. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man am meisten über sich und das Leben lernt, wenn man sich Herausforderungen stellt. Wenn man sich bewusst dem Risiko aussetzt, zu scheitern und – das mit der ebenso großen Wahrscheinlichkeit – zu wachsen. 

Muss man alleine mit dem Motorrad durch die Welt fahren, um sich selbst zu finden? 

Natürlich nicht, aber was spricht eigentlich dagegen? Jeder hat seine ganz eigene Art und einen eigenen Weg, Antworten zu finden. Für mich ist es diese Reise, die ich nicht nur für mich selbst mache. Es geht vielmehr darum, konventionelle Denkmuster aufzubrechen. Einen ersten Versuch zu starten, das Solo-Reisen mit dem Motorrad als Frau ein Stück weit aus der Schubladen-Nische zu nehmen. Denn es gibt so viel mehr zwischen einem All-Inklusive-Urlaub mit ganztägigem Buffet und Reizüberflutung und der Identifikation mit einer bestimmten Menschengruppe wie der klassischen „Biker-Szene“. Sowohl das Leben, als auch das Reisen sind persönliche Erfahrungen, die wir nach dem richten, was uns wichtig ist, was uns glücklich macht. 

Und das ist der eigentliche Grund für diese Reise. Unterwegs zu sein mit dem Motorrad verbindet mich auf besondere Art und Weise mit alledem, was mir am wichtigsten ist: Mit Menschen und der Natur. Aber auch mit den Erfolgen und Zweifeln, den Erlebnissen und Erkenntnissen, die eine solche Reise birgt. 

Es geht nicht darum, möglichst schnell an einem Ort anzukommen, sondern ganz bewusst Momente und Situationen zu erfahren, die mich ein Stück weiter an einen Punkt bringen – obwohl ich ehrlich gesagt noch nicht weiß, ob das wirklich der Ort ist, an dem ich ankommen will. Aber wenn ich es nicht versuche, werde ich es auch nicht herausfinden. 

Also bleibt nur Eines: Einfach loszufahren. 

Blogartikel von Laura Niklaus

laura_niklaus_portrait

Auf ihrer Website www.studiowoandertraveltales.de, dem dazugehörigen Podcast und auf Instagram unter laura_nkls berichtet Laura von den Erlebnissen auf ihrer Solo-Reise mit dem Motorrad.