Geburt der Mutter und des Kindes

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Zwei Striche auf dem Schwangerschaftstest. Wie lange hatte ich mir das herbeigesehnt! Ich wurde vor die Frage gestellt, die bereits Milliarden von Frauen und Männer vor mir beantwortet hatten, sich fragen mussten oder durften. Nicht Jede*r von ihnen hat das so genannte „Privileg“ überhaupt eine Wahl zu haben. Doch ich hatte sie. Mein Partner hatte sie. Beginnen wir mit dem Ja unsere persönliche Geburt und die unseres Kindes?

Viele Jahre lang hatte ich anderen Familien zugesehen, wie sie spielten, gemeinsam wuchsen, sich auch oft zweifelten…verfolgt von dem Gedanken, dass sie etwas hatten, was mir noch nicht möglich war: eine Familie. 

„Neid ist ein Signal, … für etwas, was das Herz zu vermitteln versucht“

Neid ist in unserer Gesellschaft und in meinem Kopf so ein Unding, wie nackt durch München zu laufen. Ein mehr oder weniger unausgesprochenes Verbot. Doch ich war es. Neidisch.

Im Hinblick darauf heute weiß ich, dass es ein Signal ist, dass das Herz zu vermitteln versucht. Dass es zeigen will, wo es im eigenen Leben vielleicht einen Mangel gibt oder dass es nötig wäre einen Blick auf das zu werfen, was wirklich dahinter liegt.

„Ein Marathon … mal Löwin, mal schüchterne Maus“

Mit dem Test in der Hand hatte ich auf einmal eine Verantwortung in die Hände gelegt bekommen, deren Ausmaße mich wie ein Tornado überrollten. „Ich?“ fragte ich mich. „Wirklich ich? Ich dachte, ich kann keine Mutter werden. Ich dachte, für mich ist das nicht vorgesehen.“ Doch es ist und war so.

Ein Marathon der Gefühle ging los, von dem ich zuvor noch nie gehört hatte. Mal Löwin, mal schüchterne Maus. Noch nie in meinem Leben fühlte ich mich so hin- und hergerissen. Leben beginnen lassen oder beenden? Im Nachhinein kann ich sagen: Zeit und zwar wirklich Zeit für sich und seine Gedanken, für das eigene Herz und für die wahren Rufe hinter der Angst zu haben, ist eine sanfte Schatzkiste. Keine Impulshandlung, sondern bedacht gesetzte Schritte.

 „Mit dem eigenen Rückgrat weitergehen … und dem Mut zu leben.”

Für mich und auch für den Vater des Kindes kam ein klares Ja dabei heraus. Ein Ja, dass weitere Berge in Bewegung setzte; genauso wie es ein Nein getan hätte.

Doch was folgte, ist machbar. Denn wie jede Entscheidung im Leben, die mit dem eigenen Rückgrat getroffen wurde, können  wir danach aufrecht weiterdenken und -fühlen. Weitergehen und -wachsen mit der eigenen Kraft und dem Mut zu leben.

 

Eure Luisa

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